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Pterodactylus - Um Leben und Tod

von Nicky Silver
Premiere: 21. März 2001, Bürgerhaus Ibbenbüren

Inhalt
Der Pterodactylus ist ein Saurier, eine ausgestorbene Gattung. Das Aussterben der Familie Duncan verfolgt die absurd-böse, von schwarzem Humor gekennzeichnete Komödie "Um Leben und Tod - Pterodactylus". Unter der Oberfläche von Wohlanständigkeit und Schönrederei verbergen sich Lüge, Verdrängung und ruinöse Familienverhältnisse, die nicht durch Auseinandersetzung, sondern durch zerstörerische Vorwürfe allmählich ans Tageslicht befördert werden.
Tochter Emma, hypochondrisch und mit erheblichen Erinnerungslücken, eröffnet ihrer Mutter, dass sie Tommy heiraten will. Der Kellner Tommy passt der Bankiersgattin aber gar nicht so recht in ihr Bild vom Schwiegersohn: und so stellt sie ihn als Dienstmädchen ein, eine Rolle, die er bald sehr willig auszufüllen bereit ist.

Unter den familiären Verdrängungsstrategien und dem plätschernden Geplauder wird die Nachricht von Sohn Todd niedergequasselt, der eröffnet, dass er an AIDS erkrankt ist. Todd, von seinem Vater stets mit falschem Namen angesprochen, ist fortwährend damit beschäftigt, Saurierknochen aus dem Garten heranzuschleppen und sie allmählich zu einem kompletten Skelett zusammenzubauen. Mit der Rekonstruktion der ausgestorbenen Gattung geht das Aussterben der sich selbst verleugnenden Familie einher. Nachdem Emma erfährt, dass sich ihr Verlobter Tommy in ihren Bruder Todd verliebt hat, will sie nichts mehr hören, verliert ihr Gehör und erschießt sich schließlich. Nicht die geplatzte Hochzeit oder gar der Tod der Tochter sind die Gründe für die Verzweiflung von Mutter Grace, sondern die sinnlos gewordenen Partyvorbereitungen, die sie betrieben hat.
Tommy stirbt mysteriös, bleibt aber unbegraben, weil den Familienmitgliedern der Erdboden zu hart gefroren ist, um ein Begräbnis vorzunehmen. Der inzwischen arbeitslos gewordene Vater Arthur wird aus dem Haus gejagt. Die Mutter stirbt plötzlich und unspektakulär. Übrig bleiben nicht nur der zunächst scheinbar todgeweihte Todd in Umarmung mit dem Geist seiner Schwester, sondern auch das nun fertiggestellte Saurierskelett. Absurde Situationen und temporeiche, groteske Dialoge entlarven mit galligem Humor eine Hölle namens Familie.
So wie der Pterodactylus, eine prähistorische Flugechse, zwar mit den Sauriern lebte, eigentlich aber kein Saurier war, so lebte Todd unter seinesgleichen: Der vermeintlich Kranke, der AIDS-Infizierte, wird zum Indikator eines Untergangs, zum Todesengel unserer Tage, in denen dem Aussterben der Dinosaurier eher unser Interesse gilt, als den natürlichen Katastrophen der Wirklichkeit.  

Zum Autor
Nicky Silver, geb. 1960 in einem Vorort von Philadelphia, wurde von der amerikanischen Presse als "Exorzist vom Hudson-River" bezeichnet, seine Stücke sind keine larmoyanten Jammerstücke über AIDS und Verfall, sondern im Stil einer bitter-schwarzen Komödie liefert er die kaum erträgliche Realität einem befreienden Lachen aus. Seine Stücke spielen in einer Zeit lange nach der Abschaffung aller Freundlichkeiten: Es sind wahrlich vernichtende Farcen, in denen Silver uns die Wunden  unserer Zeit zeigt und versucht, dem heilsamen Vorgang so viel Spaß abzugewinnen, wie es nur geht. Das alles ist zwar nicht komisch, bloß zum Totlachen.

Besetzungsliste

Todd Duncan

Henning Strübber

Emma Duncan

Henriette Mudrack

Tommy McKorckle

Peter Tombrink

Grace Duncan

Jutta Lefmann

Arthur Duncan

Michael Kneisel
   

Inszenierung

Jens Dierkes

Kostüme

Evelyn Book, Anne Geschwinder

Regieassistenz

Steffen Ungruh

Technische Leitung

Udo Eickelmann

Technische Einrichtung
und Durchführung

Udo Eickelmann, Marc Schmiedel, Steffen Ungruh, Rainer Möller

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