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Rumpelstilz

Tragigkomödie von Adolf Muschg
Premiere: 23. Februar 2000, Alte Sparkasse Ibbenbüren

Inhalt
Der Gymnasialprofessor Leu und seine Frau Gertrud erwarten Tochter Lukrezia, genannt Luggi, und deren Freund, den Medizinstudenten Rolf Münter zum Abendessen. Frau Leu, die von ihrem Mann seit 30 Jahren psychisch gedemütigt wird, hofft, dass bei diesem Essen so etwas wie eine indirekte Verlobung zwischen Luggi und dem angehenden jungen Arzt ausgesprochen wird, die ihrer Tochter die Möglichkeit eröffnen würde, aus dem deprimierenden häuslichen Umfeld zu entkommen. Gertrud Leu ist schwer krank und fürchtet, dass ihr Mann, der in seiner Ichbezogenheit nichts von ihrer Krankheit bemerkt hat, nach ihrem Tod nicht die Größe haben wird, darauf zu verzichten, sich von seiner Tochter pflegen und versorgen zu lassen und so deren Leben ähnlich zerstören würde wie das ihrige.
Das Abendessen verläuft jedoch anders als erhofft. Leu, der zu Anfang noch den jovialen Intellektuellen spielt, betrinkt sich im Laufe des Abends zunehmend, macht Ehefrau und Tochter lächerlich und erzählt endlos von angeblichen Heldentaten aus seiner "sozialistischen" Vergangenheit. Während der Abend für Mutter und Tochter Leu eine Tortur ist, empfindet der junge Rolf Münter Leus geschmacklose Selbstdarstellung als amüsant, gewissermaßen als eine Art schlechtes Kabarett. Geradezu zynisch genießt er die Schilderung von Leus offensichtlich eingebildeten Schluckbeschwerden, die dieser selbst für eminent berichtenswert hält. Der Abend endet peinlich und ohne Verlobung. Luggi gesteht ihrer Mutter die Hoffnungslosigkeit der Beziehung mit Münter, da er ein geradezu sadistisches Vergnügen daran hätte, sie psychisch zu quälen.
Tage später erscheint Leu unerwartet in Rolf Münters Studentenbude und versucht - nach etlichen vorgeschobenen Beweggründen - sich von diesem wegen seiner Schluckbeschwerden untersuchen zu lassen. Auf tragikomische, aber auch berührende Art und Weise wird deutlich, wie stark Leu von dem Gedanken besessen ist, schwer erkrankt zu sein. Ein Hypochonder in Reinkultur, der bereits unzählige Spezialisten aufgesucht hat, die allesamt keine Krankheit feststellen konnten. Münter erklärt ihm, dass seine Krankheit bestenfalls psychosomatischer Art sein könnte.
Leu schreibt nachts darauf im kalten Wohnzimmer sein Testament, als seine Frau hereinkommt, um zu sehen, warum er noch nicht schlafe. Im Radio erklingt leise Tanzmusik, man schwelgt ein wenig in Erinnerungen und Leu fordert seine Frau plötzlich zum Tanzen auf. Nach vielen Jahren sind sie sich für kurze Zeit noch einmal sehr nahe. Doch der Tanz dauert nur kurz: Frau Leu ist schnell erschöpft. Leu ist zu borniert und zu sehr mit sich selbst beschäftigt um es zu bemerken - aber Frau Leu will von ihrem Mann Abschied nehmen.
Luggi indes schildert ihrem ehemaligen Freund Rolf die fortgeschrittene Krebserkrankung ihrer Mutter, doch Münter kann ihr kein Mittel verschaffen, das ihrer Mutter das Sterben erleichtern würde. In der folgenden Aussprache wirft ihm die seelisch verwundete Luggi viele bittere Wahrheiten vor, an denen die Beziehung endgültig zerbricht.
Schließlich erwartet Leu seine Tochter zum Essen, um - wie von seiner Frau seinerzeit schon befürchtet - sie auf diese subtile Art dazu zu bringen, ihn nach dem zu erwartenden Tod der Mutter zu versorgen. Luggi widersteht jedoch seinen Weinerlichkeiten und geht. Aus den Gesprächsfetzen seines anschließenden konfusen Telefonats mit dem Krankenhaus entnimmt man den Tod seiner Frau. Er setzt sich ruhig an den Esstisch und isst.

Besetzungsliste

Viktor Leu, Gymnasialprofessor

Klaus-Peter Lefmann

Gertrud Leu, seine Frau

Jutta Lefmann

Lukrezia Leu, ihre Tochter

Kathi Anlauf

Rolf Münter

Udo Eickelmann
   

Inszenierung

Robert Rickert

Regieassistenz

Imke Strothmann

Bühnenbild

Tim Rikeit

Technische Leitung

Rainer Möller

Soufflage

Jens Dierkes, Birgit Seiffert

 Frisuren

Markus Maisner

Technische Einrichtung
und Durchführung

Udo Eickelmann, Manfred Hagemann, Rainer Möller, Katharina Quindt, Robert Rickert, Jan Rikeit, Imke Strothmann

 Plakatlayout

Uo Eickelmann

 Programmheft

Udo Eickelmann, Barbara Lücke

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